AdBlue Knappheit mit Folgen für Diesel-Fahrer

AdBlue Knappheit, zu wenig Ammoniak und Harnstoff, hohe Gaspreise

Moderne Diesel-Autos und vor allem LKW brauchen AdBlue zur Abgasreinigung. Aktuell wird aufgrund des gestiegenen Gaspreises weniger Ammoniak und deswegen weniger Harnstoff produziert. Doch AdBlue besteht aus Harnstoff und Wasser. Die Befürchtung: AdBlue könnte in Deutschland knapp werden und der AdBlue-Preis dürfte deutlich steigen, falls die Politik nicht eingreift.

  • Gestiegene Gaspreise beeinflussen AdBlue-Produktion
  • Mineralölwirtschaft will Lieferungen stabil halten
  • Problem für Speditionen und Vielfahrer

Für die Hersteller des wichtigsten AdBlue-Inhaltes Harnstoff sind die Kosten durch den gestiegenen Gaspreis in die Höhe geschnellt. Harnstoff ist ein Syntheseprodukt des Ausgangsstoffes Erdgas. Industriell wird Harnstoff aus Ammoniak und Kohlendioxid hergestellt.

Ammoniak Preisentwicklung
Durch den gestiegenen Gaspreis verteuert sich Ammoniak erheblich und wird für die Hersteller unrentabel. Dadurch steigen die Kosten für AdBlue. Quelle: https://twitter.com/f_wintersberger

Für Chemieunternehmen wie etwa BASF ist der Verkauf von Harnstoff also nicht mehr so rentabel, weshalb sie ihre Produktion bereits gedrosselt haben. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, könnte AdBlue knapp werden, in jedem Fall aber teurer. Der Mineralölwirtschaftsverband e.V. (MWV) verfolgt die Situation bereits aufmerksam.

Folgen für Autofahrer

Fahrer neuerer Diesel-PKWn müssen neben Kraftstoff regelmäßig AdBlue tanken. Ist der AdBluetank leer, bleibt das Auto stehen oder läuft maximal noch im Notbetrieb. So will es der Gesetzgeber. Ohne den Zusatzstoff kann der SCR-Katalysator die Abgase nicht mehr von Stickoxiden (NOx) reinigen. Spätestens 2.400 km bevor der Vorrat zu Ende geht, erscheint eine Warnung auf dem Armaturenbrett.

Auch wenn Sie nicht viele Kilometer im Jahr fahren, wäre jetzt ein günstiger Zeitpunkt, AdBlue zu tanken. Dann haben Sie erst einmal Ruhe. Vielfahrer dagegen sollten sich überlegen, ob es sinnvoll sein könnte, einen AdBlue-Vorrat anzulegen. Der Verbrauch des Mittels liegt bei etwa 3% bis 5% des Dieselverbrauchs. Wie sich die Preise tatsächlich entwickeln werden ist ungewiss. Panik und Hamsterkäufe bei PKW-Fahrern sind jedoch fehl am Platz.

Schwieriger ist die Situation für LKW-Fahrer und die Speditionen: LKW verbrauchen deutlich mehr AdBlue. Steigende Preise können die Lage für Spediteure zusätzlich zu den ohnehin hohen Kraftstoffpreisen verschärfen. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Betrugsfälle, bei denen die AdBlue-Technik in LKW umgangen wurde, um Kosten und Steuern zu sparen.

Die Harnstoff-Knappheit ist kein rein deutsches Problem: In Südkorea sind die AdBlue-Preise um 750% gestiegen. Die Regierung ergreift bereits erste Maßnahmen.

AdBlue: Wichtige Ratgeber


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