AdBlue Krise: Erste Einschränkungen in Korea

AdBlue Krise in Korea

Die Krise um AdBlue zieht weitere Kreise: Während auf Twitter Begriffe wie #adbluegate und #adbluekrise trenden, handelt die Koreanische Regierung bereits. Die Hortung von Harnstoff, der für die AdBlue-Produktion unentbehrlich ist, soll verboten werden.

  • AdBlue-Preis in Korea um 750% gestiegen
  • Hortung von Harnstoff soll verboten werden
  • Regierung sieht Exporte bedroht

Man bemühe sich, Lösungen für die Harnstoffknappheit zu finden, insbesondere wegen der Auswirkungen auf die Besitzer von Diesel-Lkw und -Pkw, so der stellvertretende Finanzminister Lee Eog-weon.

Harnstoff ist der Hauptbestandteil von AdBlue, das für den Betrieb von modernen Dieselmotoren benötigt wird und die Emissionen reduziert. Auch in Deutschland befürchtet man, dass AdBlue knapp werden könnte.

Wer hortet, soll gemeldet werden

Der stellvertretende Finanzminister erklärt, die Regierung werde Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass die Versorgungsknappheit ausgenutzt wird, indem Harnstoff gehortet oder die Bestände nicht freigegeben werden.

Die Regierung ist bereit, in den Außenstellen des Umweltministeriums Zentren einzurichten, in denen die Bürger das Horten von Harnstoffprodukten melden können.

Zudem will man ein  Ermittlungsteam einrichten, um das Horten von Harnstoff aufzuspüren. Die Harnstoff-Bestände sind aufgebraucht und die Preise sind in die Höhe geschossen.

China, wichtigster Lieferant für Korea hat die Ausfuhr von Harnstoff beschränkt, nachdem die Düngemittelpreise in die Höhe geschnellt waren und die Lebensmittelproduktion beeinträchtigten. Harnstoff wird auch für die Herstellung von Dünger benötigt.

Die chinesische Regierung führte auch den jüngsten Anstieg der Kohlepreise als Grund für die Beschränkung der Harnstoffexporte an. Harnstoff wird dort aus Kohle gewonnen, in Deutschland aus Erdgas.

Teilweise warteten Käufer über vier Stunden in einer Schlange, um AdBlue zu kaufen. Ein Produzent hatte angekündigt, den begehrten Stoff direkt vor den Werkstoren zu verkaufen.

AdBlue wird nicht nur für dieselgetriebene Pkw und Lkw, sondern auch für landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren verwendet.

Preise um 750% gestiegen

Am 2. November kostete AdBlue im Einzelhandel etwa 60.000 Won (51 US-Dollar) pro 10 Liter, was einem Anstieg von mehr als 750 Prozent gegenüber dem Ende des letzten Jahres entspricht. Damals konnte man 10 Liter AdBlue für 7.000 Won und 8.000 Won bekommen.

Autos mit SCR-System benötigen Adblue, das in den Abgasstrom des Fahrzeugs eingespritzt und in einem vom Kraftstofftank getrennten Behälter gelagert wird, um die Umwandlung von Stickoxiden in Stickstoff und Wasser zu unterstützen.

Die derzeitige Krise trifft vor allem Nutzfahrzeuge, da sie mehr AdBlue verbrauchen als Pkw.

Nutzfahrzeuge einschließlich Lastkraftwagen müssen alle 300 bis 400 Kilometer AdBlue nachfüllen, während Diesel-Pkw nur alle 10.000 Kilometer nachgetankt werden müssen.

Da auch LKW betroffen sind, könnte der AdBlue-Mangel sogar die koreanischen Exporte beeinträchtigen, die in letzter Zeit Rekordhöhen erreichten.

Eine Studie des Hyundai-Forschungsinstituts schätzt den wirtschaftlichen Verlust auf 112 Milliarden Won pro Tag im Jahr 2012, als der Frachtverkehr aufgrund eines Lkw-Fahrerstreiks um 20 Prozent zurückging.

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Quelle: Korea JoongAng Daily

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