Adblue: Kaufen, Nachfüllen & Tipps

Adblue kaufen

– Adblue kann man bislang nur an wenigen Tankstellen wirklich an einer Zapfsäule  tanken. Diese Zapfsäulen sind zudem fast ausschließlich für LKW geeignet. In Flaschen oder Kanistern (1,89 l / 5 l / 10 l) wird es an mehreren Verkaufsstellen angeboten.

– Man kann Adblue auch in Vertragswerkstätten kaufen oder auch gleich nachfüllen lassen  (zu entsprechenden Preisen).

– Adblue ist – ebenso wie Motoröl – im gut sortierten KFZ-Fachhandel und bei Internethändlern erhältlich. (Adblue-Angebote bei Amazon)

Anleitungen zum selber nachfüllen:

 

 

Adblue Preis / Kosten

Wie bei eigentlich allen Flüssigkeiten fürs Auto (außer dem Kraftstoff), kann man auch beim Kauf von Adblue sparen, indem man größere Mengen am richtigen Ort kauft. (Wer im Winter schon einmal 1 Liter Scheibenfrostschutz an einer Autobahntankstelle kaufen musste, kennt sich mit absurden Preisen aus.)

Aktuelle Preise:

1,89-Liter-Nachfüllflasche kostet im Internet etwa 13 Euro (6,87 Euro / Liter).

3 x 1,89 Liter-Sets liegen bei etwa 30 Euro (5,29 Euro / Liter).

Eines der derzeit attraktivsten Angebote im Netz ist das Adblue Refill Kit von Hoyer bei Amazon (10-Liter-Kanister Adblue samt speziellem Adapterschlauch für die Befüllung): Das Set kostet ca. 31 Euro (3,10 Euro / Liter)

Beim 20-Liter-Kansiter ohne Adapter-Schlauchset für etwa 22 Euro liegt der Preis dann bei nur noch ca. 1,10 Euro / Liter. Sie können den Kanister hier bei Amazon bestellen.

Adblue selbst nachfüllen mit Refill Kit

Darf man Adblue selber nachfüllen? Ja, das darf man.

(Sollten Sie eine Betriebsanleitung finden, die etwas anderes behauptet, bitte wir um Zusendung eines Fotos für unsere Kuriositätensammlung.) Was sollte man auch anderes tun, außer selbst nachzufüllen, wenn in freier Wildbahn die Adblue-Anzeige zum Nachfüllen auffordert?

Das Nachfüllen von Adblue selbst ist nur unwesentlich komplizierter, als Frostschutz für die Scheibenwaschanlage nachzufüllen. Je nach Automodell gibt es im Bordwerkzeug Adapter, die dabei auf den Einfüllstutzen geschraubt werden. Alle Infos dazu finden Sie in der Betriebsanleitung Ihres Autos.
Wer Adblue selbst nachfüllt, kann zudem ordentlich sparen: Werkstätten rufen – ähnlich wie beim Motoröl – trotz relativ geringer Materialkosten sowie überschaubarem Aufwand relativ hohe Preise auf.

Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit dem Adblue Refill Kit von Hoyer bei Amazon

WICHTIG: Adblue wird NICHT in den normalen Kraftstofftank gefüllt.

Adblue muss in den Adblue-Tank gefüllt werden, der eine eigene Einfüll-Öffnung hat (entweder neben dem normalen Tankstutzen oder im Kofferraum – siehe Betriebsanleitung)

Nach dem Befüllen mit Adblue wird zunächst nur die Zündung angeschaltet, bis der Bordcomputer die Adblue-Befüllung erkannt und bestätigt hat. Das kann bis zu einigen Minuten dauern. Danach normal starten.

Ratgeber:

Adblue Tankstellen

Leider gibt es noch keine Webseite, auf der man übergreifend nach allen Adblue-Tankstellen suchen könnte, an denen man mit einem PKW Adblue wirklich tanken kann. Das liegt vor allem daran, dass es bislang fast ausschließlich LKW-Zapfsäulen für Adblue gibt.

Lassen Sie sich also nicht in die Irre führen: Wenn Sie auf den einschlägigen Benzinpreis-Webseiten nach Adblue suchen, dann bekommen Sie sehr wahrscheinlich Adblue-Tankmöglichkeiten für LKW angezeigt. Was für und gegen das Tanken mit einem PKW an einer Zapfsäule für LKW-Adblue spricht, lesen Sie bei „Adblue tanken“.

Diese Übersicht mit Adblue-Tankstellen hier ist zumindest für LKW schon mal ganz gut: http://de.findadblue.com/

Bei Aral kann man unter dem Punkt „mehr“ nach „Adblue“ als spezielle Kraftstoffsorte filtern: http://www.aral.de/praktische-services/tankstellenfinder-und-routenplaner.html

Adblue tanken (mit/ohne Adapter)

Da wie, oben beschrieben, fast nur Adblue-Tankstellen mit LKW-Zapfanlagen existieren, stellt sich natürlich die Frage:
Kann man einen PKW an der Adblue-Zapfsäule für LKW betanken?
Die Antwort lautet: Jein – und zwar aus folgenden Gründen.

– In den Adblue-Einfüllstutzen von LKWs befindet sich ein Magnet, der für die Funktion des Abschaltventils in der Zapfsäule notwendig ist. Dieser Magnet fehlt in PKWs. Zudem ist die Durchflussmenge der Adblue-Zapfsäulen auf LKW ausgelegt. Zwar kann man versuchen, ganz vorsichtig mit leichtem Druck Adblue zu tanken, ohne dass das Ventil schließt, aber das ist ein nerviges Geduldsspiel und eher mit Sauerei verbunden, sodass wir generell davon abraten.
– Ein Adblue-Adapter, wie er im Zubehörhandel angeboten wird, könnte hier Abhilfe schaffen. Der Adapter hat einen integrierten Magnet, damit das Abschaltventil der Zapfpistole korrekt funktioniert. Das ist aber nur die halbe Miete:
Aufgrund der für PKW zu großen Durchflussmenge muss man trotzdem sehr vorsichtig und langsam betanken. Das kann dann schon zwischen drei und 15 Minuten dauern. Zudem lässt es sich nicht immer vermeiden, dass trotzdem Adblue herumsifft.
Ein anderes Problem – speziell bei Adblue-Einfüllstutzen im Kofferraum ist, dass man aufgrund der engen Platzverhältnisse teilweise nicht gut mit der Zapfpistole an den Stutzen kommt. Anders sieht das natürlich beim LKW aus: Der hat seinen Adblue-Tank außen und gut zugänglich angebracht. Aus unserer Sicht ist es für PKW-Fahrer nach wie vor am sinnvollsten, Adblue aus Kanistern nachzufüllen.

Adblue Verbrauch

Der Verbrauch von Adblue liegt bei etwa 4% bis 6% des normalen Dieselverbrauchs. So benötigt ein ein Mercedes S350 Bluetec laut Test im Durchschnitt 7,5 Liter Diesel und dazu noch etwa 0,3 bis 0,4 Liter Adblue pro 100 km.

Eine Autobahnfahrt im S350 Bluetec von Hamburg nach München würde mit einem Adblue-Verbrauch von etwa 2,5 bis 3,5 Liter zu Buche schlagen.

„Adblue leer“–Meldung

Wenn die Tankfüllung im Adblue-Tank zur Neige geht, meldet das der Bordcomputer und fordert zum Nachfüllen auf. Dabei wird im Normalfall auch angezeigt, für welche Strecke die Restmenge noch reicht.

Ignoriert man die erste Meldung kommt meist noch eine zweite, „verschärfte Meldung“, die zum einen die nun noch verbleibenden Kilometer anzeigt. Zum anderen warnt sie auch, dass das Auto danach nicht mehr startet bzw. nur mit vermindertem Drehmoment fährt, sollte man nicht nachfüllen. Und ja: das ist keine leere Drohung und lässt sich auch nicht mit Tricks umgehen!

Da das Auto ohne Adblue die geforderte Schadstoffarm nicht mehr erfüllt, darf es laut Gesetzgeber nicht oder nur mit gesenktem Drehmoment weiterfahren. Deswegen mussten die Hersteller quasi eine Umwelt-Wegfahrsperre einbauen. Die lässt so lange keinen Motorstart bzw. keinen normalen Betrieb zu, bis Adblue nachgefüllt wurde. Also sollte man die Warnung auf dem Display ernst nehmen und am besten eine Nachfüll-Flasche Adblue für den Notfall dabei haben.

Was ist Adblue?

Adblue® ist eine Flüssigkeit, den Autos mit speziellen, abgasarmen Dieselmotoren (SCR-Katalysator) benötigen, um die Abgasnormen Euro 4, Euro 5 oder Euro 6 zu erfüllen. Aufgrund der aktuellen NOx-Grenzwerte für Dieselmotoren ab der Abgasnorm EU6 (die bei Neuzulassungen ab 2015 Pflicht ist) ist eine NOx-reduzierende Abgasnachbehandlung in fast allen Fahrzeugen notwendig.

Adblue (ISO 22241-1 / AUS 32 / DEF: Diesel Exhaust Fluid) wird nicht in den normalen Kraftstofftank getankt bzw. geschüttet, sondern in einen kleinen, fest im Auto verbauten Zusatztank. Adblue ist der mehr oder weniger schicke Markenname des VDA für ein Gemisch aus 32,5-prozentigem, reinem Harnstoff und demineralisiertem Wasser.

Wer beim Wort Harnstoff denkt: „Igitt!“, sollte sich vom Namen nicht in die Irre führen lassen: Immerhin schmieren sich täglich viele – durchaus intelligente – Menschen Urea-haltige Kosmetik auf die Haut.

Ist Adblue giftig oder gefährlich?

Von AdBlue geht keine besondere Gefährdung im Sinne des europäischen Chemikalienrechts aus. Auch gemäß des Transportrechts ist AdBlue kein Gefahrgut. (Adblue Sicherheitsdatenblatt) Man sollte den Hautkontakt vermeiden und eventuelle Reste mit Wasser abwaschen.

So funktioniert Adblue

Harnstoff ist der wesentliche Bestandteil von Adblue. Er wird in Dieselfahrzeugen, die zur Abgasnachbehandlung einen modernen SCR-Katalysator (Selektive Catalytic Reduction) nutzen, benötigt. (Eigentlich benötigt man im SCR Ammoniak, aber das stinkt nicht nur, sondern ist auch gefährlich. Deswegen tankt man den harmloseren Harnstoff, der erst bei Bedarf in Ammoniak umgewandelt wird).

Mithilfe von Adblue wird das im Abgas enthaltene , umweltschädigende Stickoxid (NOx) selektiv zu Wasser und Stickstoff umgewandelt, ohne dass unerwünschte Nebenprodukte entstehen. Die exakte Dosierung von Adblue/Harnstoff bei der Abgasbehandlung übernimmt eine Steuereinheit, die das Abgas mithilfe eines Stickoxid-Senors analysiert.

Gefriert Adblue im Winter?

Ja, Adblue gefriert, wenn die Temperatur unter -11 Grad Celsius sinkt. Es geht dadurch zwar nicht kaputt und man kann es also wieder auftauen und verwenden.

Wer aber im Winter bei extremer Kälte eine längere Autofahrt trotz vorherigem Nachfüllhinweis antritt, sollte prüfen, dass die Adblue-Nachfüllration nicht gefroren ist. Denn: Sinkt der Adblue-Vorrat im Zusatztank unter eine bestimmte Grenze, lässt sich das Fahrzeug nicht mehr starten, bis Adblue nachgefüllt wurde (siehe „Adblue leer„) – was bei gefrorenem Adblue in der Nachfüllflasche einigermaßen unmöglich ist. Das Adblue-Tanksystem im Auto sowie die Tanksysteme an Tankstellen sind beheizt, sodass Minustemperaturen (außer eben beim Nachfüllen aus Flaschen oder Kanistern unproblematisch) sind.

Während Adblue bei unter -11 Grad Celsius kristallisiert, sollte es (im Sommer ) nicht länger über 30 Grad Celsius gelagert werden, um die 12 Monate Haltbarkeit nicht zu gefährden. Ebenso sollte man es keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen.

Adblue Alternativen

Der VDA rät, niemals Produkte zu verwenden, die als „Harnstofflösung“ oder ähnliches angeboten werden, aber keinen offiziellen Adblue-Schriftzug tragen. Grundsätzlich könnte man jetzt sagen: „Mir egal, die wollen als Markeninhaber doch nur Geld damit verdienen. Ich kauf die günstige Alternative“.

Das sollte man aber auf keinen Fall:

Abgesehen davon, dass Adblue nicht wirklich teuer ist (und man durch den Adblue-Einsatz eher noch Diesel spart, da zur Erreichung der geforderten Abgasnormen keine klassische Abgasrückführung mehr nötig ist, die den Diesel-Verbrauch erhöht), dürfte es im Schadensfall (an Motor, Steuerung und vor allem SCR-Katalysator) zu großen Problemen kommen.

Wer einen nicht vom Autohersteller freigegebenen Ersatzstoff verwendet, begibt sich (wie beim Motoröl) in eine richtig schlechte Verhandlungsposition gegenüber dem Autohersteller, wenn es um Garantie- oder Kulanzfragen geht. Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen.

Autos mit Adblue-Technologie

Die Fahrzeughersteller nutzen die Abgasnachbehandlung mit Harnstoff (SCR) unter verschiedenen Bezeichnungen. Gemein ist fast allen das „BLUE“ im Namen:

Volkswagen Blue Motion
Bei VW nutzen einige Bluemotion Modelle (Golf, Jetta, Passat, Sharan, Touren) die SCR-Technologie mit Adblue

BMW Blue Performance mit SCR-Kat
(z.B. BMW 5er Limousine: 520d xDrive, 525d xDrive, 530d xDrive, 535d xDrive
BMW 5er Touring: 520d xDrive, 525d xDrive, 530d xDrive, 535d xDrive
BMW 5er Gran Turismo: 520d, 530d xDrive ,535d xDrive
BMW X5: sDrive25d, xDrive25d, xDrive30d, xDrive40d, xDrive50d)

Mercedes Bluetec

(z.B. E350, G350, GL 350 4Matic, GLK 220 GLK 250, ML250, 4Matic, ML350 4Matic, S350)

Citroen BlueHDi

Audi TDI Clean Diesel

Opel „BlueInjection“-SCR-Technologie

Peugeot BlueHDi

SEAT Scr-System
(Seat Alhambra)

 

AdBlue® ist eingetragenes Warenzeichen des Verbandes der Automobilindustrie e.V. (VDA)

 

 

 

 

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28 Antworten zu "Adblue: Kaufen, Nachfüllen & Tipps"

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