Warnweste im Auto ist Pflicht

Warnweste im Auto Pflicht in Deutschland

In Deutschland ist die Warnweste im Auto Pflicht

In Deutschland ist es Pflicht, im Privat-Auto mindestens eine Warnweste mitzuführen. Es ist dabei egal, wieviele Personen sich im Fahrzeug befinden. Ist keine Warnweste an Bord, kann ein Verwarnungsgeld von 15 Euro fällig werden. Fehlt die Warnweste, kann das zudem bei TÜV-Untersuchung als Mangel gewertet werden.

Die Warnwesten-Pflicht für private PKW gilt seit dem 1. Juli 2014. Bereits vorher mussten gewerblich genutzte Pkw, Lkw und Busse mindestens eine Warnweste an Bord haben.

Die Warnweste sollte beim Verlassen des Fahrzeuges auf öffentlichen Straßen getragen werden. Also in jedem Fall bei einer Panne oder nach einem Unfall. Der Gesetzgeber macht dazu zwar keine speziellen Vorgaben und appelliert an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer. Dennoch sollte jedem bewusst sein, wie schlecht man auf der Autobahn oder Bundesstraße – besonders bei Dunkelheit – ohne eine Warnweste gesehen wird.

Ohne Warnweste sieht man eine Person im Straßenverkehr erst ab etwa 80 Meter gut. Bei einer Geschwindigkeit von 150 km/h auf der Autobahn bleiben dem nachfolgenden Verkehr also gerade einmal zwei Sekunden, um zu reagieren.

Tipp: Bewahren Sie die Warnweste im Auto-Innenraum in greifbarer Nähe des Fahrersitzes auf, z.B. im Handschuhfach. Im Kofferraum ist sie nach einem Unfall möglicherweise nicht mehr zugänglich. Außerdem müssten Sie zunächst ohne Warnweste aussteigen, um an den Kofferraum zu gelangen.

Die Warnwesten-Pflicht gilt nicht für Wohnmobile und Motorräder. Verantwortungsvolle Fahrer sollten dennoch welche an Bord haben. Bei Quads gilt die Pflicht eine Warnweste mitzuführen nur, wenn das Quad als Pkw oder als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen ist.

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So viele Warnwesten müssen im Auto sein

In privaten PKW muss in Deutschland nur eine Warnweste mitgeführt werden. Es ist aber absolut sinnvoll, für jeden Mitfahrer eine Warnweste dabei zu haben. Warnwesten sind nicht teuer und nehmen kaum Platz weg. Spätestens wenn man wegen einer Panne auf dem Seitenstreifen der Autobahn halten muss, hat sich die Investition in mehrere Westen gelohnt.

Für gewerbliche Fahrzeuge wie LKW, Zugmaschinen, Busse und auch Pkw schreibt die Berufsgenossenschaft für Verkehr und Transportwirtschaft (BG Verkehr) vor, dass Warnkleidung mitgeführt werden muss (§ 31 Warnkleidung , DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge“). Danach hat der Unternehmer maschinell angetriebene Fahrzeuge mit Warnkleidung für wenigstens einen Versicherten auszurüsten. Sind Fahrzeuge ständig mit einem Fahrzeugführer und einem Beifahrer besetzt, so müssen zwei Warnkleidungen im Fahrzeug mitgeführt werden. Ob diese Regelung für Ihr Unternehmen und Ihre gewerblich genutzten Fahrzeuge zutrifft, können Sie beim Träger Ihrer Unfallversicherung erfragen.

Warnwesten für Kinder

Fahren regelmäßig Kinder im Auto mit, lohnt es sich, spezielle Warnwesten für Kinder dabei zu haben. Im Fall des Falles muss es schnell gehen und die normalen Warnwesten sind für Kinder viel zu groß geschnitten. Gute Warnwesten für Kinder kosten zwischen 3 Euro und 10 Euro. Sie gibt es z.B. beim ADAC oder bei Amazon.

Norm: Diese Warnwesten sind erlaubt

Diese Kriterien bzw. Normen muss eine Warnweste fürs Auto erfüllen:

  • Gelbe, Orange oder Orange-Rote Farbe
  • Fluoreszierendes Material
  • 360 Grad Sichtbarkeit durch umlaufende Reflexstreifen, mindestens fünf Zentimeter breit
  • Muss nach der alten Norm DIN EN 471:2003+A1:2007 oder der neuen Norm EN ISO 20471:2013 zertifiziert sein
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  • Diverse Einsatzzwecke: Auto & Werkstatt & Gewerbe & Haushalt uvm.

Warnwesten nach der alten DIN-Norm können weiterverwendet werden, solange die Farbe nicht ausgeblasst ist und sie noch reflektieren.

 

Warnweste – Pflicht und Strafen im Ausland

In Deutschland muss in privaten PKW nur eine Warnweste mitgeführt werden. Im Ausland gelten teilweise andere Regelungen. Wenn mehrere Personen im Fahrzeug sind und im Pannenfall aussteigen, benötigen in einigen Ländern alle Mitfahrer ein Warnweste.

Nicht nur um hohe Strafen wie in Spanien (200 Euro), Slowenien (ab 100 Euro) oder Frankreich (90 Euro und mehr) zu vermeiden, sollten Sie mehrere Westen im Auto dabei haben. Autofahrer Richtung Italien oder Kroatien werden an Raststätten vor den Grenzübergängen gerne auf die Warnwestenpflicht unserer südlichen Nachbarländer hingewiesen. Anschließend verkauft man die Westen zu – vorsichtig formuliert – gehobenen Preisen vor Ort.

  • In Österreich müssen Kfz-Fahrer eine Warnweste mitführen. Die Weste muss außerhalb des Fahrzeuges bei einem Unfall oder einer Panne auf der Autobahn oder Landstraße getragen werden. Ein Verstoß gegen die Pflicht kostet in Österreich ab 14 Euro. Die Warnwestenpflicht in Österreich gilt nicht für Motorradfahrer.
  • Außerhalb geschlossener Ortschaft müssen Fahrer eines KfZ in Italien eine Warnweste tragen, wenn das Fahrzeug verlassen wird und sie sich auf der Fahrbahn aufhalten. Bei einem Verstoß werden in Italien ab 42 Euro fällig. Warnwesten nicht mitzuführen wird nicht bestraft. Für Motorradfahrer besteht Pflicht für Warnwesten.
  • Fahrer eines Kfz, die sich in Frankreich außerhalb geschlossener Ortschaften im Falle einer Panne oder eines Unfalls außerhalb des Fahrzeuges aufhalten, müssen eine Warnweste tragen. Das gilt auch für Motorradfahrer. Ein Verstoß kostet ab 90 Euro. In Frankreich muss die Warnweste auch mitgeführt werden.
  • Fahrer von Kfz, die in Spanien bei einer Panne oder einem Unfall auf einer Autobahn oder Landstraße das Fahrzeug verlassen, müssen eine Warnweste tragen. Für Motorradfahrer besteht die Pflicht in Spanien nicht.
  • In Slowenien müssen Fahrer eine Warnweste anziehen, wenn sie auf Autobahnen oder Schnellstraßen ihr Fahrzeug verlassen. Die Strafe beträgt 100 Euro und mehr. Eine Pflicht, die Warnweste im Auto mitzuführen besteht nicht. Für Motorradfahrer besteht gar keine Warnwestenpflicht.
  • Fahrer von in Portugal zugelassenen Kraftfahrzeugen müssen eine Warnweste mitführen. Diese muss auch getragen werden, wenn das Fahrzeug außerhalb geschlossener Ortschaften oder auf Autobahnen verlassen wird. Für Fahrer aus dem Ausland gilt die Regel nur, wenn sie ein in Portugal zugelassenes Kfz führen (Achtung: Mietwagen!). Ein Verstoß wir mit Geldbuße ab 60 Euro geahndet. Für Motorradfahrer besteht keine Warnwestenpflicht.
  • In Kroatien müssen Fahrer eines Kraftfahrzeuges eine Warnweste mitführen. Diese muss angelegt werden, wenn der Fahrer sich nach einem Unfall auf der Fahrbahn aufhält. Diese Regelung gilt sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ortschaften. Eine Geldbuße gibt es aber nicht.
  • In Belgien müssen Fahrer eines Kfz (auch Motorrad) nach einem Unfall oder einer Panne auf der Autobahn bzw. einer Kraftfahrstraße beim Verlassen des Fahrzeugs eine Warnweste anlegen. Wer keine Weste trägt, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro und mehr rechnen. Das Nicht-Mitführen der Warnweste wird nicht bestraft.
  • Fahrer eines Kfz (auch Motorrad) müssen in Luxemburg beim Verlassen des Fahrzeugs auf der Autobahn und auf Schnellstraßen die Warnweste tragen. Die Strafe liegt bei 74 Euro aufwärts.
  • In der Slowakei müssen KFZ-Fahrer (auch Motorradfahrer) eine Warnweste mitführen. Diese muss außerorts oder auf Autobahnen bei Verlassen des Fahrzeuges getragen werden.

Stand Januar 2022. Alle Angaben ohne Gewähr.

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