Wer seine Reifen richtig aufbewahrt, spart sich nicht nur Geld – sondern auch Ärger. Was beim Einlagern der Reifen beachtet werden muss, ist weder kompliziert noch besonders aufwändig. Der wahrscheinlich wichtigste Tipp: Stellen oder legen Sie die Reifen keinesfalls einfach in den Garten, denn die Witterungseinflüsse – vor allem das UV-Licht – lassen sie sonst schneller altern.
Dunkel, kühl und trocken lagern
Autoreifen werden am besten an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort gelagert, wo sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind. Trocken sollte der Lagerort vor allem dann sein, wenn Sie Räder mit Stahlfelgen einlagern. Kleine Schrammen rosten sonst gerne vor sich hin und Rost, der sich am Felgenhorn unter die Auflagefläche des Reifens vorarbeitet, kann dazu führen, dass der Reifen Luft verliert.
Vor dem Einlagern lohnt sich ein kurzer Abstecher zur nächsten Tankstelle: Dort erhöht man den Luftdruck jedes Reifens um ca. 0,5 bar, denn Autoreifen verlieren auch im ungenutzten Zustand ein wenig Luft.
Kompletträder liegend lagern
Kompletträder, also die auf einer Felge aufgezogene Reifen, lagert man liegend übereinander – so wie ein Big Mac. Gut geeignet ist auch ein Reifenständer / Felgenbaum, bei dem die Räder ebenfalls übereinander auf Halterungen aufliegen. Einen günstigen und gut bewerteten Felgenbaum gibt es hier bei Amazon. Eine platzsparende Lagermöglichkeit gerade für die Garage sind Wandhalterungen für je einen Reifen – hier eine Variante bis 22 Zoll bei Amazon.
Vermeiden Sie bitte, Kompletträder stehend lagern. Hier drücken Reifen und Felge mit ihrem Gewicht sonst immer auf die gleiche Stelle. Wenn es aus Platzgründen gar nicht anders geht, drehen Sie die stehend gelagerten Räder monatlich ein viertel Umdrehung weiter. Gute Werkstätten, die Räder für Ihre Kunden einlagern, machen das ebenfalls.
Reifen ohne Felgen können Sie stehend lager, aber auch hier gilt: Einmal pro Monat ein wenig drehen, damit sie nicht immer auf dem gleichen Stück der Lauffläche stehen.
In jedem Fall muss der Untergrund frei von Öl, Benzin und anderen Lösungsmitteln oder Chemikalien sein, damit die Gummimischung des Reifens nicht angegriffen wird.
Hier noch ein paar wertvolle Tipps, die Ihnen das Leben leichter machen:
Markieren
Am besten werden die Autoreifen direkt beim Reifenwechsel, wenn sie noch montiert sind, markiert. So kommen bei der nächsten Montage erst gar keine Fragen auf. Zum Markieren verwendet man entweder einen Wachsstift oder Markierungsplättchen, die unter der Ventilabdeckung festgeschraubt werden. Mit dem Wachstift schreibt man z.B. VL (Vorne Links) , VR (Vorne Rechts), HL (Hinten Links) und HR (Hinten Rechts) auf die jeweiligen Laufflächen.
Wenn Sie die Reifen in der Werkstatt umstecken lassen, bitten Sie den Monteur vorher, die Reifen für Sie zu markieren. Die meisten Werkstätten tun das aber ohnehin von sich aus.
Auf Schäden kontrollieren
Reifen, die noch am Auto montiert sind, lassen sich ohne Hebebühne kaum kontrollieren. Nutzen Sie die Chance, das abmontiertee Rad vor dem Lagern auf Beschädigungen zu kontrollieren. Fremdkörper wie eingefahrene Nägel oder tiefere Risse in der Lauffläche sind gefährlich und sollten vom Fachmann begutachtet werden. Gleiches gilt für Ausbeulungen an den Seiten, also der Reifenflanke. Das Ventil darf nicht nach links oder rechts zeigen, sondern muss gerade aus der Ventildurchführung herausstehen.
Profiltiefe messen
Ist die Profiltiefe noch in Ordnung? Mindestens 1,6 Millimeter müssen es laut Gesetz sein – besser noch sind drei Millimeter bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen, um auch bei Regen bzw. Schnee genügend Grip zu haben.

Zum Überprüfen der Profiltiefe gibt es am Reifen die Reifenverschleißanzeige (Tread Wear Indicator / TWI): In den Rillen des Hauptprofils befinden sich kleine Stege oder Blöcke – meist quer zur Laufrichtung. Wenn die Stege und das umgebende Profil auf gleicher Höhe sind, ist die Abnutzungsgrenze erreicht. Wo sich die Stege befinden ist auch an der Reifenflanke mit den Buchstaben TWI gekennzeichnet (bei Michelin-Reifen ist dort z.B. ein kleines Michelin-Männchen abgebildet). Hier lesen Sie, was die Buchstabenkombinationen auf Ihrem Reifen bedeuten.
Profiltiefe mit 1 Euro-Münze messen
Wer die Verschleißanzeige am Reifen nicht findet oder kein Messgerät zur Hand hat, kann sich mit einer Euro-Münze behelfen. Einfach die Münze in der Mitte der Lauffläche ins Profil halten: Verschwindet der goldene Rand der Euro-Münze ganz im Profil, beträgt die Profiltiefe noch etwa 3 Millimeter (Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter).
