Motoröl Additiv – was ist das?

Additive sind öl-lösliche Zusatzstoffe, die dem Motoröl beigemengt werden, um seine Eigenschaften zu verbessern. Additive verändern die chemischen oder physikalischen Eigenschaften des Motoröls. Jeder Motoröl-Hersteller mischt seinem Öl Additive bei – die aber nicht mit den „Wundermitteln“ zu verwechseln sind, die sich teilweise im Zubehörhandel finden.

Die häufigsten Additive im Motoröl sind:

Antioxidantien

Oxidation ist für viele Materialien ein großes Problem. Auch Motoröl oxidiert, besonders dann, wenn es hohen Temperaturen ausgesetzt ist und mit Sauerstoff in Berührung kommt. Katalysatoren (Beschleuniger) für die Oxidation des Motoröls sind metallischer Abrieb und saure Stoffe, die bei der Verbrennung im Motor entstehen. Werden dem Motoröl Antioxidantien hinzugefügt, verlängert sich die Lebensdauer des Öls erheblich. Die Oxidation (Alterung) wird zwar nicht gestoppt, aber in erheblichem Maße verzögert. Antioxidantien setzen sich im wesentlichen aus drei verschiedenen Stoffen zusammen: Radikalfänger, Peroxidzersetzer und Passivatoren.

VI-Verbesserer

Der Viskositätindex (VI) beschreibt, ob ein Motoröl bei verschiedenen Temperaturen seine Zähflüssigkeit (Viskosität) beibehält, also ob es im Winter genauso dünn- oder dickflüssig ist, wie im Sommer. VI-Verbesserer sind meist Polymere, die bei steigender Temperatur größer werden und damit den Temperaturbereich, in dem ein Motoröl seine Viskosität beibehält vergrößern. Sie machen das Motoröl also – entgegen anderslautender Mythen – nicht „dicker“, sondern verhindern, dass es bei höheren Temperaturen zu schnell „dünnflüssig“ wird, also seine Viskosität zu schnell abnimmt. Das ist besonders wichtig für Mehrbereichsöle. Additive, die den Viskositätsindex eines Motoröls besonders stark vergrößern, verlieren ihre positiven Eigenschaften unter Belastung allerdings besonders schnell. Das bedeutet, dass Mehrereichsöle, die einen besonders großen Bereich abdecken, schneller altern und dabei auch ihre Fähigkeit, einen großen Viskosität abzudichten, einbüßen.

Verschleißschutz-Zusätze

Wenn Metall auf Metall reibt, kommt es zu einem schnellen Materialverschleiß. Verschleißschutz-Additive (wie zum Beispiel Schwefel) im Motoröl sind in der Lage, auf den Metallflächen, die aneinander reiben, Schutzschichten aufzubauen. Diese Schutzschicht ist normalerweise fest, unter erhöhtem Druck und hoher Temperatur (also bei laufendem Motor) wird sie jedoch gleitfähig, und verhindert so einen übermäßigen Materialverschleiß. Besonders wichtig ist der Verschleißschutz in der kalten Jahreszeit und beim Motorstart.

Reibkraftminderer

Additive, die die Reibungskräfte vermindern, heißen Friction Modifier. Sie wirken im Bereich der Mischreibung, also dem Übergang zwischen Festkörperreibung (Metall auf Metall) und Flüssigkeitsreibung (Metall-Öl-Metall). Mischreibung tritt dann auf, wenn sich der Motor in Bewegung setzt und ist besonders verschleißintensiv. Reibkraftminderer bilden auf der Metalloberfläche einen pelzartigen Film, damit nicht direkt Metall auf Metall reibt.

Korrosionsschutz-Zusätze

Bei der Korrosion reagiert ein Werkstoff auf seine Umgebung (chemisch oder elektrochemisch). Korrosionsschutz-Additive versuchen, das zu verhindern oder zu vermindern. Die bekannteste Art der Korrosion ist das Oxidieren von Metall – also das Rosten. Beim so genannten passiven Korrosionsschutz wird das Metall mit einer Schutzschicht überzogen, die feindlichen Stoffe, wie zum Beispiel Wasser abhalten soll.

Antischaum-Zusätze

Wenn Motoröl schäumt, kann es keinen schützenden Ölfilm auf den mechanische beanspruchten Teilen bilden. Deswegen versuchen die Motoröl-Hersteller die Schaumneigung des Öls mit ANtischaum-Additiven zu reduzieren. Die bekanntesten Antischaum-Mittel sind Silikone. Sie bewirken, dass weniger Luft und Gase im Motoröl eingeschlossen werden und diese auch schneller wieder aus dem Öl entweichen können.

Pourpoint-Verbesserer

Die Temperatur, bei der eine abkühlende Flüssigkeit gerade noch fließt, heißt Pourpoint. Unterhalb dieser Temperatur verfestigt sich die Flüssigkeit – das Motoröl „stockt“. Der Grund dafür sind die Paraffine, die im Motoröl vorhanden sind. Sie Kristallisieren bei niedrigen Temperaturen. Additive können die Pourpoint-Temperatur absenken, das heißt, das Motoröl bleibt auch bei niedrigeren Temperaturen flüssig.

Dispersanten

Damit Schmutz im Motoröl sich nicht ablagern kann, wird er von den sogenannten Dispersanten eingehüllt. Auf dieser Weise werden die feinen Schmutzteilchen in der Schwebe gehalten und können sich nicht Zusammenklumpen. Dies kann auf verschiedene Arten realisiert werden. Bei der sogenannten Peptisierung  werden feste Schmutzteilchen wie beispielsweise Staub oder andere Stoffe, die bei der Verbrennung entstehen, umhüllt. Im Gegensatz dazu bezeichnet man die Bindung von flüssigen Schmutzstoffen im Öl als Solubilisierung.

Detergentien

Die Detergentien sollen den Motor sauber halten. Sie sind waschaktiv, das heißt, sie können Schmutz „aufnehmen“. Detergentien sollen die Bildung von Ablagerungen an Bauteilen, die hohen Temperaturen ausgesetzt, vermeiden. Zudem sollen sie saure Stoffe, die bei der Verbrennung entstehen, neutralisieren.

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4 Antworten zu "Motoröl Additiv – was ist das?"